
Nana Mouskouri
„Wir brauchen auch ein Stück weit Hoffnung“, steuert die griechische Nana Mouskouri zur Lösung der Eurokrise ihres Landes bei. „Wir sehen nur das Drama, aber sehen keine Lösung.“ Allein jetzt den Schuldigen zu suchen, bringe nichts. Jetzt gehe es darum, zusammen mit den anderen Ländern einen Weg aus der Krise zu finden und den Menschen in Griechenland wieder Orientierung und Sicherheit zu geben.
„Ich persönlich habe Angst, habe aber auch Hoffnung“, sagt die 77jährige Künstlerin, die von 1994 bis 1999 für die Christdemokraten Griechenlands im Europäischen Parlament saß, eine Wiederwahl aber ausschlug, weil ihr Machterhalt und Parteipolitik zuwider waren. „Die Welt kann nicht sterben und Europa kann auch nicht sterben.“
Jetzt gehe es darum, den richtigen Weg zu finden. Kraft genug habe Europa. Aber Macht hätten nur die Politiker. Die Griechen hätten im Lauf ihrer Geschichte schon viele Krisen durchgestanden. Und sie hätten sich immer wieder heraus gerappelt. „Wir brauchen die Hilfe Europas.“ In der Vergangenheit habe Europa aber zu wenig Dynamik in das Zusammenleben der europäischen Länder investiert.

Nana Mouskouri
Nach München gekommen ist Nana Mouskouri, um ihre Jubiläumstournee „50 Jahre Weisse Rosen“ vorzustellen. Gemeinsam mit ihrer Tochter Lenou wird sie in Deutschland vom 11. April bis zum 2. Mai insgesamt 14 Konzerte geben. Die Tour startet in Bremen. In der Nürnberger Meistersingerhalle tritt der Weltstar am 28. April auf. Am 30. April singt Nana Mouskouri in der Kleinen Olympiahalle in München.
Nach vier Jahren Bühnenabstinenz zeigt die Sängerin Entzugserscheinungen. „Das ist ja ganz normal, weil ich mein ganzes Leben lang auf der Bühne war.“ Seit 1964 stehe sie auf der Bühne. Und dieses Handwerk habe sie von Harry Belafonte in den USA gelernt. „Meine erste Schallplatte hab ich mit Quincy Jones gemacht. Das war 1962.“ Das Album hieß: „The Girl from Greece sings“. Überhaupt seien die Sechziger für sie sehr wichtig gewesen.
„Ich war damals in der ganzen Welt unterwegs und habe Schallplatten aufgenommen.“ Allein seit 1989 hat Nana Mouskouri 1350 Lieder in elf Sprachen gesungen. Sie hat 200 Millionen Tonträger verkauft und über 300 Goldene, Platine und Diamantene Schallplatten bekommen. Damit gehört sie zur absoluten Weltspitze.
„Mit Vinyl hab ich begonnen, jetzt gibt’s CDs. Wer weiß was danach kommt. Ich jedenfalls bleibe bei den CDs.“ Denn um noch futuristischere Tonträger zu erleben, sei sie wohl zu alt. Ihr letztes Konzert gab Nana Mouskouri 2008 am Fuße der Akropolis. Wie habe sie dieses Gefühl vermisst. „Viel, viel“, sagt sie. „Vier Jahre ohne Bühne.“ Dieses Loch, in das man falle, sei wirklich sehr schwer zu ertragen.
Nana Mouskouri spricht von Einsamkeit. „Du weißt einfach nicht mehr, warum Du überhaupt da bist.“ Sie vermisste die Leute hinter der Bühne, das Publikum. „Ich stand ein Leben lang auf der Bühne, plötzlich war da nichts mehr. Keine Verantwortung. Ich musste erst mal lernen, zu Hause zu sein. Es war eine völlig neue Welt und darin fand ich keinen Platz.“
Deshalb werden ihre Fans die Sängerin jetzt wieder live auf der Bühne sehen. Der Kartenverkauf hat begonnen. Ende März erscheint pünktlich zum Tourstart ihr neues Album „Nana & Friends – Rendevous“, auf dem sie unter anderem Duette mit Tochter Lenou, Alain Delon, Julio Iglesisas und Joan Baez singt.